Der Österreichische Mapping Style

Seit 2011 bin ich aktiver Mitwirkender an OpenStreetMap. Seither hat sich meine Arbeitsweise, genauso wie uns zur Verfügung stehenden Mappingrundlagen gleich mehrfach geändert. Uns Österreichern stehen heute hervorragende Luftbilder zur Verfügung, das macht Lust auf weitere Detailverfeinerungen.

Bei meinen aktuellen Arbeiten, stoße ich in OpenStreetMap unvermeidbar auf meine eigene Arbeiten aus früheren Tagen. Daher reflektiere ich hier meine eigene Entwicklung. Andere zu kritisieren ist nicht meine Intention. In der eigenen aktuellen Arbeitsweise stellt sich eine gewisse Systematik ein. Ich möchte daher im vorliegenden Blogbeitrag näher auf meine im laufe der Zeit sich geänderte Arbeitsweise eingehen, und erklären warum ich mich aus dem Blumenstrauss der im OSM- Wiki dargebotenen Varianten, heute für die eine oder andere Arbeitsweise entschieden habe.

Die von mir aktuell empfohlene Arbeitsweise:

Mappe das was Du tatsächlich siehst. Wenn ein Wald durch eine Straße unterbrochen ist, so endet der Wald am Straßenrand und nicht etwa in der Straßenmitte. In Österreich stehen uns a. hochauflösende Luftbilder zur Verfügung. b. dort wo die Sicht auf eine Straße durch Blätter oder Nadelholz verdeckt ist, verwende dort statt dem Luftbild, den Layer „basemap.at Gelände“, oder das „Tiris: (DGM) Geländemodell“ .

Landuse Residential wird durch Straßen und Wege unterbrochen. Mappe das Residential- Polygon daher auf den Straßenrand und nicht etwa über eine Straße hinweg, oder gar auf die Straßenlinie selbst. Verbinde kein Flächenpolygon mit der Straße. Nutze keinen Straßenknoten als Kreuzungspunkte von Wiesen, Wäldern, oder anderen Flächenmerkmalen. Das enden- lassen von Flächenmerkmalen am Straßenrand, macht Flächen so für OSM- Gelegenheitsmapper transparenter, erkennbarer. Ändert sich z.B durch Baumaßnahmen die Natur, so kann man hierdurch am Strassenrand das dazugehörige Flächenpolyon wesentlich einfacher aufgreifen, und nach bearbeiten. Bei überlagerten Polygonringen ist das wesentlich schwieriger. Straßenränder, wo das jeweilige Flächenpolygon offen liegt, sind daher ein sehr nützlicher und intuitiv zu handhabbarer Startpunkt, Ein für Laien begreifbarer Anknüpfungspunkt für spätere Kartenkorrekturen.

Das Grundprinzip lautet, wir bereiten in Österreich das Mappen von Straßenflächen vor, das machen wir indem wir jegliche Verkehrsfläche von anderen Flächenmerkmalen -vorsorglich- freihalten. Bei einem Gewerbebetrieb -zum Beispiel einer Autowerkstatt- gibt es am Firmengelände Abstellflächen für Reparataurautos, solche Flächen Mappen wir als landuse=commercial, Flächen auf denen sich hingegen Kunden bewegen, sparen wir von jeglichen Flächenmerkmalen aus. Das selbige gilt für Bauernhöfe. Wo auf einem Hof Lagerflächen sind, mappen wir solche als landuse=farmyard. Flächen hingegen wo der Bauer mit seinem Traktor manipuliert, betrachten wir als freizuhaltende Verkehrsfläche.

Openstreetmap ist ein Projekt wo die meisten Mitwirkenden lediglich nur kurzeitig mitwirken. Die Motivation und Triebfeder sind hierbei lokale Korrekturen Kurzzeit Mitwirkenden kommt man am besten mit möglichst klein strukturierten Kartendetails entgegen. Der Wohnblock in der Stadt als eigener Mikrokosmos. Geht hierbei etwas daneben, ist maximal der Wohnblock zerstört. Daher, klein und fein, möglichst detailliert, ist gut für unser Projekt.

Wende Multipolygone nur äußerst sparsam an. Dort wo sich solche explizit nicht vermeiden lassen, zeichne das Multipolygon „outer“, als einen durchgehenden geschlossenen äußeren Ring. Eine Linie sollte daher möglichst niemals Träger von mehreren Teil- Multipolygonensegmenten von Flächen sein. Nützlich zum Erkennen und Auflösen solcher Probleme, ist das JOSM Plugin reltoolbox.

Schön. dass Du Dir die Zeit genommen hast, meinen Betrachtungsweisen zu folgen. Wichtig, ich sehe meine Definition lediglich als Anregung, OpenStreetMap ist Bunt.

Fortsetzung folgt

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