Warum das bislang „Offline“ Finanzierungsmodell von OpenStreetMap, durch eine vermehrte Online Kartennutzung in eine unlösbare Schieflage kommt.

Edit- Werkzeuge von OpenStreeetMap erzeugen den Eindruck, dass OpenStreeetMap ein Online Verzeichnis sei. Edits mit dem Editor ID oder JOSM durchgeführt, werden zügig dargestellt, Auswertungen per Overpass- Turbo funktionieren mehr oder weniger Live.

Nun verwundert der Versuch von Nakaner Michael Reichert, Mitarbeiters der Firma Geofabrik, aufgrund der Corona Krise kurzfristig geänderte Öffnungszeiten aus OpenStreetMap fernzuhalten. Seine Begründung lautet, „das Edit und Datenmodell von OpenStreetMap sei hierfür nicht geeignet“. https://forum.openstreetmap.org/viewtopic.php?pid=780260#p780260

Über diese Einwand stutzig geworden, frage ich mich, was ist hier los. Das Geschäftsmodell der Firma des Finanzchefs von OpenStreetMap, besteht darin, Offline Datenabzüge aufzubereiten, und diese zu vermarkten. Der Gerechtigkeit geschuldet, es gibt auch andere welche vergleichbares anbieten. Live Daten passen natürlich nicht in ein solches Konzept.

Natürlich ist und war eine der Stärken von OpenStreetMap die Offline Funktionalität. Nachdem aber einige Dienste von OpenStreetMap längst auch Online funktionieren, sehe ich hier nun einen Konflikt zweier Lager.

Eine Twitter Meldung am 16. März 2020 bringt nun interessante Fakten zutage: https://twitter.com/josmeditor/status/1239627549572988928

Es mangelt also inzwischen bereits am Geld für leistungsfähige Tile Server. OpenStreetMap wird aktuell finanziell und auch politisch weitgehend durch Offline Firmen wie die Firma Geofabrik bestimmt. Verlagert sich nun die Nutzungsart von OpenStreetMap vermehrt von Offline, Richtung Online Karte, so sinken hierdurch analog auch die Einnahmen der Offline Tilevermarkter. Ein Teufelskreis, dem OpenStreetMap nur entkommt, indem OSM künftig wohl vermehrt in der Online Welt nach Sponsoren für seine Server sucht. Was aber dann auch zugleich bedeuten würde, dass bisheriger offline Player wie Frederik Ramm, Macht und Einfluss verlieren.

Zur Dokumentation, wie sich in der Corona Krise März 2020, die Offline dominierte OSM-Community ein Loch gräbt, in dieses hineinspringt. Sich dort dann gegenseitig auf die Schulter klopfend, lobenden Wortes darüber den Rufenden User gesperrt, und so mundtot gemacht zu haben. https://forum.openstreetmap.org/viewtopic.php?id=68908

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