Autor: Vergute

Gem2Go hat sich gegen OpenStreetMap entschieden: UPDATE

17. Februar 2019

Mit Jahreswechsel 2018/19 sind viele Gemeinden mit Ihrer Gemeindehomepage zum neuen integrierten Gem2Go Service der
Firma RIS GmbH gewechselt. Ich habe mir im August 2016 die Mühe gemacht, und bei der Firma Kufgem persönlich in einem Gespräch, für OpenStreetMap Werbung betrieben (Ref: Kufgem Sausgruber Gespräch 8/2016 Kufstein mit Übergabe einer OSM Tasse). Herausgekommen ist nun aber leider doch ein Kartenverbund zwischen Basemap und Google. OpenStreeteMap Fehlanzeige. Was auch immer die Beweggründe für das aussperren von OpenStreetMap sein mögen, die Kosten, können es nicht gewesen sein, OpenStreetMap ist schließlich Open Source.

Schaut man sich das neue Service der Firma RIS genauer an, so können zwar Gemeinden auf dem Basemap Layer eigene POIS wie Gemeindeeinrichtungen setzten, praktisch werden aber die Bürger wie Schafe zur Google Maps getrieben. Dort lenkt Google diese dann auf seine kommerziellen Google Ads Links.

Warum Gemeinden ihre Bürger auf die Webseite eines amerikanischen Digitalriesen lenken, bleibt ein Rätsel, vielleicht aber hat hierfür die Firma RIS eine Erklärung.

Was mich hierbei überaus schmerzt, ist dass OpenStreetMap durch das ausklammern aus kommunalen Angeboten, einen wichtigen Rückkanal verliert. Sind es doch Gemeinden die über lokale Kartenfehler am ehesten Bescheid wissen. Aber hier kommt wohl die Eifersucht des BEV ins Spiel. Die veröffentlichung von Geoinformationen, ist deren Geschäftsfeld. Wo kommen wir da hin, wenn Gemeinden solche Informationen selbst verbreiten.

UPDATE Juni 2021: Gem2Go unterstützt nun auch OpenStreetMap http://www.steinach.tirol.gv.at/Buergerservice/Digitaler_Ortsplan
Die Gemeinde Steinach am Brenner ist inzwischen eine von vielen Gemeinden, welche OpenStreetMap für ihren Webauftritt als Standardkarte einsetzten.

OpenStreetMap abgeschlagen?

In einem aktuellen Bericht des renommierten Heise Verlages über Navigation im Auto, https://www.heise.de/autos/artikel/Klartext-Navis-vor-dem-Juengsten-Gericht-4275576.html kommt OpenStreetMap nicht vor.

Haben wir unsere Hausaufgaben nicht ordentlich gemacht? was geht hier vor sich.

Liest man den Artikel, so bemerkt man, dass sich die Autokarten Szene inzwischen einen Schritt weiter bewegt hat. Diese ist nun bei Echtzeitdaten angekommen. Offline ist offensichtlich gestern, nun geht es um Live Staumeldungen, und Personen Frequenzen in Restaurants und Geschäften.

Nun, eigentlich ist das nicht unser Problem, um Live Daten kümmern sich ja die Anwender unserer OSM Daten. Ganz so einfach ist die Situation wohl aber doch nicht. Möchten wir überleben, müssen wir wohl ebenfalls Live Beacons in unser Projekt einbauen. Warum sollen wir den Datenstrom an Echtzeitdaten, allein den Privaten überlassen?

Es spricht nichts dagegen, dass ein Lokal Inhaber, ein Freizeitzentrum uns Live Daten über die Auslastung seines Lokales, OpenSource zur Verfügung stellt. Leider fehlen uns aktuell hierfür geeignete Schnittstellen.

Straßengrenzlinien in der Schneeräumung

Straßengrenzlinien in der Schneeräumung

Aktuell bin ich in OpenStreetMap, sowie in meinem Blog etwas weniger aktiv, das hat den einfachen Grund dass mir die Schneeräumung um unser Haus derzeit wichtiger ist.

Jeder hat in OpenStreetMap so seine speziellen Vorlieben, mir sind aus praktischen Gründen Straßengrenzlinien wichtig. Straßengrenzlinien liefern eine wichtige lokale Geo- Information. Speziell lokale Mapper sind in der Lage solche in vorort erhebung zu erfassen. Wie ich finde, eine besondere Stärke von OpenStreetMap. Nur leider gibt es für solches kein durchgängiges offizielles Tagging, und anscheinend auch keine Mentoren, welche das forcieren.

Spricht man das Thema Straßengrenzlinien an, so werden solche nur Straßen zugebilligt. Bei Gehwegen ist die Diskussion hingegen noch nicht angekommen. https://forum.openstreetmap.org/viewtopic.php?pid=732673#p732673

wie man hier sieht, können Straßengrenlinien schon auch einmal unter Schnee verschwinden: https://www.openstreetmap.org/way/247540379

Live Cam hierzu: https://unternehmen.ortswaerme.info/webcams/hauptplatz/

Wie man hier sieht, hat der Radlader die Lücke zwischen den beiden Grünflächen gefunden.

Adressänderungen der Gemeinden im Archiv

Adressen in Gemeinden und Städte ändern sich. Änderungen werden in den Medien kommuniziert sowie auf der Gemeindehomepage veröffentlicht.

Was geschieht aber, wenn man ältere Schriftstücke oder Urkunden in der Hand hält, welche noch auf ältere Adressen verweisen. In meinem Projekt habe ich mir die Aufgabe gestellt, Adressänderungen zu dokumentieren.


Zeitkapsel

https://drive.google.com/open?id=1G8F4TWd6OXFFym-N9u4oTQ91WKKUAKtp

Beliebiges Format

eine PDF, Excel oder ein Word Dokument, oder auch ein eingescannter Artikel von ihrer Adressveröffentlichung -auch historische- an adressmeldungen@addresshistory.org gesandt genügt. Unkompliziert einfach, schnell und smart.

Adressen sind wertvoll, daher ist dieses Service für Gemeinden selbstverständlich  kostenlos.

Persönliches: Ich ergänze seit 2009 als ehrenamtlicher mitwirkender diverse  Kartensystemen mit Adressen. Ich habe langjährige Erfahrung mit privaten Navi Anbietern. Mir liegt persönlich vor allem die freie Straßenkarte OpenStreetMap (seit 2011) am Herzen.

OpenStreetMap kann man am ehesten mit der Wikipedia vergleichen.

Ich bin in OpenStreetMap unter dem Pseudonym addresshistory_org aktiv: http://resultmaps.neis-one.org/osm-suspicious?uid=1470980#6/49.539/12.228

Sie können per Link einen kurzen Blick in meine Tätigkeit in OSM werfen. Ich bin aber kein Vertreter von OpenStreetMap, sondern lediglich einer von vielen ehrenamtlichen mitwirkenden dort.

*Österreich: durch ihre Zurverfügungstellung unter dem Copyright © {{PD-Amtliches Werk}} erfüllen sich auch die Copyright Bedingung zum eintragen von Adressen in verschiedenen Kartensystemen. Rechtliche Voraussetzungen hierfür sind:


Mammutprojekt: Alle Tiroler Flurnamen digital erfasst

1.1.2019 orf.at Mammutprojekt: Alle Tiroler Flurnamen digital erfasst

https://tirol.orf.at/news/stories/2956361/

Für das an sich löbliche Projekt der Universität Innsbruck, wurden im Bundesland Tirol viele Freiwillige angesprochen. Die so gewonnenen Daten, sind nun in die Tiris Maps der Tiroler Landesregierung eingeflossen. Dort finden sich diese, nun in der Rubrik Basisthemen, für unsere Zwecke leider nicht nutzbar, da die Tiris Maps bekanntlich Namensnennung fordert.

Das Projekt des Tiroler Bildungsforums gilt als abgeschlossen, ich frage mich nun, trifft das nun auch auf neues Wissen über geografische Besonderheiten zu. ? Ja es wurde Freiwillige befragt, sind die Flurnamen daher nun tatsächlich vollständig, oder gibt man sich nun selbstzufrieden nur zu gerne, einer solchen Fiktion hin.

Ich denke mir, sicher sind solche Namen ein schützenswertes allgemeines Gut. Immerhin zählen erhobene Bezeichnungen nun zum Unesco Kulturerbe. Sind diese aber nun wirklich vollständig, und welche Rolle könnte OpenStreeetMap in der weiteren Pflege und Erfassung solcher Flurnamen leisten.

Ref: https://www.uibk.ac.at/newsroom/flurnamen-sind-unesco-kulturerbe.html.de

https://www.unesco.at/kultur/immaterielles-kulturerbe/oesterreichisches-verzeichnis/detail/article/flurnamen-des-bundeslandes-tirol/

http://onomastik.at/content/flurnamendokumentation-im-bundesland-tirol

Diskussion über den Einsatz von Multipolygonen

Mit Jahresende endet eine Abstimmung über ein OSM Wikipedia Proposal, zur Verwendung von Multipolygonen. https://wiki.openstreetmap.org/wiki/DE:Proposed_features/Empfehlung_zur_Verwendung_von_Multipolygonen Initiiert wurde diese Diskussion von einem Mitarbeiter einer Deutschen Firma, deren Geschäftsmodell man verkürzt mit der Vermarktung von Karten Kacheln beschreiben kann.

In meiner Wahrnehmung gibt es in OpenStreetMap aktuell zwei wesentliche Interessensgruppen mit Einfluss. Das sind einerseits Firmen die sich mit der Vermarktung von Landkarten Kacheln beschäftigen, andererseits Berufsgeografen, welche überwiegend an zu OpenStreetMap konkurierende staatliche Kartensysteme arbeiten. Es gibt noch eine Interessensgruppe für die OpenStreetMap am Rande relevant ist, da diese sich als Protagonist freier GIS Software versteht, diese Gruppe lebt von guten Beziehungen zu Geografen, und ist daher befangen.

Auf was ich hier hinaus möchte ist der Umstand, dass OpenStreetMap selbst, über keine Lobby verfügt. Sondern nur Spielball der oben Genannten Kräfte ist. Es gibt nun viele Gelegenheitsmapper, die meiner Meinung nach, das Herz von OpenStreetMap ausmachen, daraus entsteht aber keine Lobby.

Wenden wir uns nun, dem aktuellen Proposal zu. Dieses dient den Interessen der Karten Tile- Vermarkter. Um an der OSM Wiki Abstimmung teilnehmen zu können, muss man sich jedenfalls tiefer gehend mit OpenStreetMap beschäftigen. Aktive Lobbyisten wie diese, erhalten hierdurch einen entscheidenden Vorsprung. Es gäbe natürlich eine Möglichkeit auch den kleinen Mapper über diese Abstimmung zu informieren. Und zwar über einen Hinweis auf der OSM Startseite. Dieser Weg wurde aber nicht gewählt, weswegen diese Abstimmung daher eine Insider Angelegenheit bleibt. In der Umsetzung und Durchsetzung neuer Regeln, wird man dann wohl nicht so zurückhaltend agieren. Und auch den kleinsten Mapper auf die neue Wiki Empfehlung per Changeset Kommentar mehr oder weniger bestimmt hinweisen. Eine solche Aktion des Deutschen User Nakaner, aus dem Frühjahr 2018, also einem Zeitraum weit vor der aktuellen Abstimmung. https://www.openstreetmap.org/changeset/56911458

Systematische Missarbeit

OpenStreetMap hat nicht nur Freunde, Leider.

Was ich hierbei nicht verstehe ist, dass es sich bei dem gegenständlichen User laut neis Liste http://osmstats.neis-one.org/?item=countries&country=Austria , um den aktuell Top 2 betragenden in Österreich handelt. Also ein User mit erheblicher Auswirkung auf unser Projekt. Es hierbei die Data Working Group trotz mehrfachem Hinweis auf dessen Arbeit, seltsamerweise nicht für notwendig erachtet, regulierend oder wenigstens ermahnend einzugreifen.